Wandern in den Longji Reisterrassen: Von Dazhai nach Ping’an

Wandern in den Longji Reisterrassen: Von Dazhai nach Ping’an

China ist mehr als uraltes imperiales Erbe und moderne, futuristische Städte.

Es gibt auch wunderbare Natur, und im Fall der Longji Reisterrassen, die „menschliche Natur“ einer Kulturlandschaft.

Wandern in den Longji Reisterrassen, z.B. von Dazhai nach Ping’an, ist ein wunderbarer Weg, mehr über diesen Teil von China und seine kuriose Stellung zwischen beliebtem Tourismusziel und bewohnter Landschaft zu lernen…

Wie gut kann man in den Longji Reisterrassen wandern?

Viele der (wenigen) Beschreibungen, die man online finden kann, klingen so, als wäre Wandern in den Longji Reisterrassen nur auf längeren Touren mit einem Führer möglich.

Tatsächlich ist der (fast längste) Wanderweg von Dazhai nach Ping’an ziemlich einfach, zumindest was die Wegstrecke und die Navigation angeht.

Es geht über gerade einmal 12 km; ich war trotz schwerem Rucksack in knapp 3 Stunden damit fertig.

Unterschätzen sollte man den Wanderweg durch die Longji-Reisterrassen dennoch nicht. Es geht nicht wenig auf und ab.

Der Weg von Dazhai nach Ping’an

Um Dazhai

Von Dazhai geht der Weg hoch durch das Dorf, entlang am Rand von Tiantouzhai in Richtung von Xishan Shaole.

Wo der Weg zu dieser Aussichtsplattform nach rechts weiter geht, dort zweigt der Wanderweg nach Ping’an links ab, steil in die Höhe. (Und als ich dort entlangging, Oktober 2019, als Schotterpiste um die herum gerade eine Menge Bauarbeiten im Gange waren.)

Den Kamm dieses Hügels überschreitend geht es ab von der Schotterstrasse auf kleine Wege, die durch Wald und über Reisterrassen verlaufen.

Die Terrassenfelder hier sind nicht mehr touristisch, viele sind im Oktober schon abgeerntet, während die vielbesuchten Felder noch – für die Touristen – stehen gelassen werden (obwohl sie eigentlich schon längst reif für die Ernte wären).

Leben in der Lücke zwischen touristischen Gebieten

Auf diesem Abschnitt des Wegs wird klar, dass Reis immer noch als Lebensmittel angebaut wird, aber zu einem Nebeneinkommen geworden ist.

Der wirkliche Weg, Geld zu verdienen, ist der Tourismus – wenn man es schafft, sich darin zu etablieren und man in einem der Abschnitte der Longji Reisterrassen lebt, die von Touristen besucht werden (oder wohin diese geleitet werden).

Wer abseits der wesentlichen Attraktionen lebt – wozu die Reisterrassen geworden sind – der hat Pech.

Für mich spannend waren diese Gedanken auch, weil ich die Longji Reisterrassen schon einmal 2009 besucht hatte.

Damals war Ping’an, wo dieser Wanderweg endet, der einzige Ort gewesen, der ein wirkliches Touristenziel war. In den Jahren seitdem (der Besuch mit dieser Wanderung war 2019) ist Dazhai – offenbar auch durch einen unternehmerischen Ortschef – stark entwickelt und dadurch sehr beliebt geworden.

Selbst eine Seilbahn zum Jinfodeng (Goldener-Buddha-Gipfel) Aussichtspunkt wurde errichtet und hat die Zugänglichkeit der Gegend dort natürlich gefördert.

Weiter „in der Zwischenregion“

Auf diese Art geht der Weg lange an Terrassenfeldern dahin, mit abwechslungsreichen Unterbrechungen.

An einem Farmhaus etwa geht es plötzlich nach links, um das Haus herum. Ein wenig seltsam und nicht so gut zu erkennen, wie das davor der Fall war.

An und um den Ort Zhong Liu kann ich das GPS nur empfehlen; der Weg geht hier auf einer Bergflanke oberhalb einer Strasse entlang, in einen Teil des Ortes, um einige Häuser eng herum, hinunter auf die Strasse und plötzlich von dieser auf schmalem Weg weiter.

Alles nicht so leicht zu sehen, und ich war froh, dort einem anderen Wanderer zu begegnen, der den Weg besser zu kennen schien.

Bald darauf kommt gleich noch eine Querung durch ein flaches Terrain, das bei Regen wohl ein Flussbett ist.

Dann geht es wieder an Reisterrrassen hinauf (und hinab). Und auf und ab. Und wieder durch Waldwege.

Ankunft in Ping’an

Nahe an Ping’an kommt man durch eine Gegend neuer(?), anders terrassierter Felder, um die herum einiges an überdachten Pfaden (falls es wirklich solche waren) liegt.

Dort enden die schmalen Wege.

Plötzlich ist man auf einer asphaltierten Strasse, trifft bald auf immer mehr motorisierten Verkehr – und ist plötzlich geradezu am Parkplatz der JiuLong WuHu-Aussichtsplattform oberhalb von Ping’an.

Die Wanderung ist dort allerdings noch nicht zu Ende, es geht noch einmal an Pfaden zwischen Reisterrassen hinunter in und durch den Ort Ping’an.

Das Dorf stellt sich als wirklich (noch) stärker touristisch-kommerzialisiert als Dazhai heraus; schlecht sieht es allerdings nicht aus.

Für weitere Eindrücke von den Longji-Reisterrassen und um die Wege zu Qianceng Tianti „Tausend-Lagen Reisterrassen“ und Jinfoding „Goldener Buddha-Gipfel“ zu sehen, hier entlang.

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